Gegen rechte Stammtischparolen

Fortbildungsabend für LeiterInnen im Nikolaus-Bauer-Haus

Wer kennt das nicht – man steht irgendwo und hört rechte Sprüche und Stammtischparolen, doch wie begegnet man diesen? Zu diesem Thema hatte am vergangenen Donnerstag das Kath. Jugendreferat Hanau nach Wächtersbach ins Nikolaus-Bauer-Haus eingeladen, um mit Gruppenleitern/innen der katholischen Jugendverbände aus der Region Handlungsweisen in kritischen Situationen zu erarbeiten. Im Vorfeld hatten sich schnell viele Leiter/innen der DPSG Pfadfinderstämme aus Wirtheim, Wächtersbach und Salmünster/Ahl angemeldet, so dass alle 23 Kursplätze vergeben waren.

Michael Gerhardt, Referent des Beratungsnetzwerks Hessen – Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, und Fredrik Kempf, Referent für Jugendbildung, führten die Workshopteilnehmer durch den Abend. Zu Beginn wurden die verschiedenen Facetten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Abwertung von Obdachlosen etc. diskutiert und anhand gemachter Erfahrungen aus dem Alltag der Teilnehmer ausgearbeitet. Danach sammelten die Leiter/innen in Kleingruppen Beispiele rechter Parolen, wie man sie überall aufschnappen kann. Die Ergebnisse wurden in großer Runde allen vorgestellt. Doch wie damit umgehen?

Facetten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden erarbeitet

Die beiden Referenten stellten im zweiten Teil der Veranstaltung Strategien vor, um in schwierigen Situation reagieren zu können und trotzdem auch die Risiken, die sich aus einer hitzigen Debatte ergeben, erkennen und einschätzen zu können. Leonie Metzler, Gruppenleiterin der Wölflinge im Stamm St. Bonifatius, kennt die in den letzten Jahren gewachsene Herausforderung in der Gruppenarbeit: „Seitdem wir mehr und mehr geflüchtete Kinder in unseren Gruppen haben, ist das Thema natürlich auch für uns brandaktuell geworden. Da konnten wir durch den Austausch mit anderen Gruppenleitern heute viel für unsere Arbeit mitnehmen“.

Die Referenten gehen auf die gesammelten Parolen ein

Der Fortbildungsabend war außerdem Teil der BDKJ Aktion „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“, die deutschlandweit von März bis zur Bundestagswahl im September läuft. Die kath. Jugendverbände wollen insgesamt 35.000 Stunden – das ist ungefährt die Dauer einer Legislaturperiode – ihrer Zeit und ihres Engagements für ein buntes Land sammeln. Sie machen so deutlich, was sie sich für ihr Land in den kommenden 4 Regierungsjahren wünschen. Konkret heißt das: Kinder und Jugendliche engagieren sich deutschlandweit in ihren verbandlichen Gruppen, in der Gemeinde, in der Schule und darüber hinaus, durch eine Vielzahl von Aktionen für die Integration von Geflüchteten und/oder widersprechen durch konkrete Aktionen jeder Form von Menschenfeindlichkeit. Die Dauer jeder Aktion wird gezählt und summiert. Dabei zählt der (zeitliche) Einsatz jeder Teilnehmerin und jedes Teilnehmers. Bis Ende April konnten die Verbände so bereits gut 20.000 Stunden sammeln. Weitere Informationen zum Thema finden sich unter www.zukunftszeit.de.

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