Rover erkunden Irlands grüne Insel

Nach ihrer großen Cornwall-Tour im Jahr 2013 stand für die Roverrunde des Stammes St. Bonifatius schnell fest, dass es bei den nächsten Stufenunternehmungen 2015 wieder in die Ferne gehen muss. Nun war die Roverrunde seitdem allerdings von gemütlichen 8 Rovern auf eine stattliche Gruppe von 21 Mitgliedern gewachsen, was die Planungen für eine solche Tour vor ungleich höhere Anforderungen stellte.

Anfang 2014 wurden dann bereits die ersten Pläne geschmiedet, wie die Reise aussehen könnte. Dazu erarbeiteten 2er Teams aus der Gruppe viele Vorschläge von Griechenland über Holland, USA bis Norwegen. Bei einem gemeinsamen Abend präsentierten sich die Rover ihre Reiseziele gegenseitig. Die Wahl fiel schließlich mit großer Mehrheit auf Irlands grüne Insel, die mit ihren eindrucksvollen Landschaften und dem milden Klima das ideale Ziel für wanderlustige Rover verkörperte.

Seitdem haben die Rover bei unzähligen Arbeitseinsätzen wie Kinderbetreuungen, Nikolausaktionen und Kuchenverkäufen ihre Kasse gefüllt, damit solch eine Unternehmung auch bezahlbar bleibt. Am frühen Morgen des 21. Augusts war es dann endlich soweit. Die Rover machten sich mit 3 vollbepackten Kleinbussen auf in Richtung Irland. Der kürzeste Weg dorthin führte über eine Fährverbindung von Cherbourg in der französischen Normandie direkt nach Irland. Durch die vielen Baustellen und Staus gestaltete sich die Fahrt nach Frankreich etwas zäh und zeitweise hatten die Rover Sorge, noch ihre Fähre zu verpassen. Letztendlich kamen aber alle rechtzeitig am Fährhafen an. 17 Stunden dauerte die Überfahrt nach Irland, bevor die Rover mit ihren Bussen in den Linksverkehr der Insel entlassen wurden.

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Abendstimmung auf der Fähre nach Irland

Das erste Ziel lag nur eine gute Stunde Fahrt entfernt im Küstenort Bray, unweit der irischen Hauptstadt Dublin. Durch seine internationalen Kontakte, die er während seiner Zeit als Camp Staff in Kandersteg pflegen konnte, hatte Yannick für die Rover eine Unterkunft bei den irischen Sea Scouts klargemacht. Die urig eingerichtete Den, wie die irischen Pfadfinder ihre Hütten nennen, lag direkt an der Strandpromenade von Bray. Mit Schlafsäcken und Isomatten bepackt richteten sich die Rover dort ein Schlaflager ein.

Am ersten Abend zeigten uns unsere irischen Gastgeber den Ort Bray und empfahlen den Cliff Walk zum nächstgelegenen Ort Greystones, den die Gruppe sogleich am nächsten Tag in Angriff nahm. Der nun einsetzende Regen störte die Rover nur wenig und galt gleich als Testlauf der Ausrüstung für die kommenden Hiketage. Der Tag wurde dann im Bowling Center von Bray beschlossen. Nico und Yannick stellten sich dabei als wahre Naturtalente heraus und warfen bei leckerer Riesenpizza einen Strike nach dem anderen.

Der Montag stand ganz im Zeichen der irischen Hauptstadt Dublin, durch die uns drei der Sea Scouts führten. Vom General Post Office über das Trinity College und das Temple Bar Viertel sahen die Rover so die wichtigsten Orte der Stadt und hatten danach noch Zeit, in Kleingruppen durch die Straßen zu bummeln.

Am Dienstag verabschiedete sich die Gruppe von ihrer ersten Unterkunft und machte sich weiter gen Westen. In 4 Hikeetappen sollten auf der Dingle Halbinsel die eindrucksvollen Landschaften Irlands erkundet werden. Auf dem Weg dorthin besuchten die Rover die „Kilbeggan Distillery“, die älteste Whiskybrennerei Irlands. Nach einer spannenden Führung durch traditionelle irische Whiskyherstellung war danach noch Zeit für eine kleine Verkostung.

Besichtigung der Kilbeggan Distillery

Besichtigung der Kilbeggan Distillery

Ihre erste Hikeunterkunft hatten die 21 Rover in Tralee, der größten Stadt der Dingle Halbinsel. Dort blieben auch die Fahrzeuge während der Hiketage stehen. Zur Stärkung für die kommenden Tage wurden in der Küche des Hostels am Abend noch leckere Burritos zubereitet.

Am nächsten Morgen ging es zunächst mit dem Linienbus nach Camp, wo die Gruppe ihren Hike auf dem Dingle Way startete. Bepackt nur mit dem Allernötigsten bekamen alle gleich am ersten Tag einen Eindruck vom manchmal rauen irischen Wetter. Starker Wind und häufige Schauer passten zur kargen aber nicht minder eindrucksvollen weiten Landschaft, die die Gruppe durch viele Schafweiden führte. Auch wenn am ersten Tag nur 18 km auf dem Plan standen, kamen die Rover trotzdem recht erschöpft bei ihrer zweiten Hikeunterkunft, dem Dingle Gate Hostel in Anascaul an. Brian vom Hostel war sehr nett und fuhr das Kochteam sogar in seinem alten VW Bus zum Einkaufen, damit alle am Abend noch die schon zur Tradition gewordenen Nudeln mit Schinken-Käse-Soße genießen durften.

Erste Hikeetappe nach Anascaul

Erste Hikeetappe nach Anascaul

Die zweite Etappe erstreckte sich von Anascaul bis Dingle und war gleich noch 5 km länger als die erste. Besonders in Erinnerung bleiben den Rovern sicher die tollen Eindrücke am Meer bei der Burgruine Minard Castle, wo sich die Gruppe eine längere Pause gönnte. Nach kräftezehrenden 9 Stunden kamen alle schließlich in Dingle an, wo zunächst die ersten Blasen versorgt werden mussten. Mit Fish&Chips gestärkt ließen einige dann den Abend in einem kleinen Pub ausklingen.

Mittagspause am Minard Castle

Mittagspause am Minard Castle

Die dritte Etappe führte die Rover von Dingle nach Dunquin und hatte mit 24 km ebenfalls eine stattliche Länge. Der nicht enden wollende Strand von Vantry war sicher eines der Highlights der Hikeetappe. Nach der Mittagspause wurde die Landschaft dann zunehmend hügliger und rauer. Der steile Aufstieg auf den Mount Eagle belohnte die Rover  allerdings mit einem atemberaubenden Blick über die Klippen des Slea Head. Das letzte Teilstück ging es dann hauptsächlich bergab und so erreichte die Gruppe vor Anbruch der Dunkelheit ihre nächste Unterkunft im Dun Chaoin Hostel.

Blick auf den Slea Head kurz vor Dunquin

Blick auf den Slea Head kurz vor Dunquin

Am letzten Hiketag hatten sich die Rover vorgenommen, den Dingle Way noch bis Ballydavid weiterzulaufen, wo abermals wunderschöne Strandabschnitte auf dem Weg lagen. Angekommen am Hikeziel wurden unsere 3 Fahrer von den Eheleuten „Taxi-Fella“, die – rein zufällig – ebenfalls dieser Tage in Irland waren, zu unseren Bussen nach Tralee zurückgebracht. Die Gruppe konnte sich nun zu ihrem Feriendomizil „Silver Birch House“ in Glengariff aufmachen, das etwa 2 Fahrtstunden entfernt in einer Bucht der Beara Halbinsel lag.

Angekommen am späten Abend waren die Rover von ihrer Unterkunft für die nächste Woche sehr beeindruckt und man war sich schnell einig, dass die Mühen der letzten eineinhalb Jahre nicht umsonst waren. Der Sonntag wurde dann erst einmal als ausgedehnter Entspannungstag von den Strapazen des Hikes genutzt. In Kleingruppen wurde ein großes Brunchbuffet vorbereitet, das alle noch den ganzen Tag mit Speis und Trank versorgte.

Am Montag stand der erste Bildungsausflug zum südwestlichsten Punkt Irlands, dem Mizen Head, auf dem Programm. Die große Fußgängerbrücke zwischen den steilen Klippen ist für alle Besucher immer ein beliebtes Ausflugsziel und bietet wunderschöne Ausblicke über das Meer. Danach ging es an den Strand von Barley Cove, wo die Gruppe bei herrlichem Sonnenschein den Rest des Nachmittags verbrachte.

Blick aufs Meer am südwestlichsten Punkt Irlands

Blick aufs Meer am südwestlichsten Punkt Irlands

An den nächsten Tagen standen noch weitere Ausflüge auf dem Plan. Ein Teil der Gruppe fuhr am Dienstag in den kleinen Ort Castletownbere und besichtigte die Gegend rund um Dunboy Castle. Am Mittwoch ging es zum westlichsten Punkt Irlands auf Dursey Island. Ein besonderes Erlebnis ist dort die Fahrt mit dem Cablecar über das Meer, die einzige Möglichkeit, regelmäßig auf die Insel zu kommen. Auf der Insel legte die Gruppe dann insgesamt 14 km zurück, um am letzten Zipfel nur noch das Meer um sich zu haben.

Wunderschöne Natur auf Dursey Island

Wunderschöne Natur auf Dursey Island

Den letzten Ausflug machten die Rover am Donnerstag über den eindrucksvollen Healy Pass in den Gleninchaquin Park, einem Naturreservoir, das schöne Wanderrouten über Bäche, Berge und Wasserfälle bietet. Beim anschließenden Einkauf in Kenmare löste die Gruppe dann noch ihr Roverfahrt-Kurateneis-Dauerabo ein (Danke, Daniel!). Den letzten Tag verbrachten die Rover noch einmal am Ferienhaus. Unweit vom Haus wurde ein Wasserfall entdeckt. Da ließen es sich die Rover natürlich nicht nehmen, dort ins kalte Nass zu springen. Den Abschluss der Tage in Irland bildete eine stimmungsvolle Versprechensfeier auf den Steinen am Meer, bei der 12 Rover ihr rotes Halstuch bekamen.

12 Rover legten vor der Gruppe ihr Versprechen ab

12 Rover legten vor der Gruppe ihr Versprechen ab

Am 05. September verabschiedeten sich die Abenteurer von ihrem Domizil und traten die 2-tätige Heimreise an, nach der alle zwar erschöpft, aber gesund und munter und mit vielen Erinnerungen reicher wieder in ihrer Heimat ankamen.

Viele schöne Fotos der Rovertour findet ihr in unserer Galerie unter Bilder.

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