Wächtersbach feiert in Châtillon – Denkmal überreicht

Mit einem spektakulären Feuerwerk sind am Sonntag Abend die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Städtepartnerschaft zwischen Châtillon-sur-Chalaronne und Wächtersbach zu Ende gegangen. Nach dem Wächtersbacher Festwochenende im letzten Jahr war nun die französische Partnerstadt Gastgeber für drei ereignisreiche Tage.

Auch die Wächtersbacher Georgspfadfinder hatten sich den Termin schon lange vorgemerkt, um sich mit einer 20-köpfigen Delegation mehreren hundert Gästen aus Wächtersbach anzuschließen. In den letzten Monaten hatte der ganze Stamm bereits fieberhaft an der Fertigstellung der Einzelteile für das offizielle Verschwisterungsgeschenk der Stadt Wächtersbach gearbeitet: Einem französischen Pendant zum 72-Stunden-Denkmal „Wächtersbach ist bunt“ am städtischen Schlossweiher.

Das bereits im Juni 2013 im Rahmen der bundesweiten Sozialaktion des BDKJ entstandene Kunstwerk, in dem die Vielfalt der Kulturen durch eine große Kugel bunter Holzhände aufgegriffen wird, hatte Bürgermeister Andreas Weiher so gefallen, dass er Ende letzten Jahres mit der Projektidee an den Stamm herantrat, ein Schwesterdenkmal als Zeichen der Verbundenheit mit nach Châtillon zu nehmen.

Seitdem haben die Pfadfinder in unzähligen Arbeitsstunden am Baumstamm und den Einzelteilen der Händekugel gearbeitet. „Anfangs dachten wir, was letztes Jahr in 72 Stunden möglich war, schaffen wir auch ein zweites Mal“, berichtet Stammesvorstand Henning Janssen (26). „Aus dem Bau des ersten Denkmals haben wir viel gelernt, und so wollten wir das französische Denkmal beständiger gegen äußere Einflüsse machen.“

Dadurch gestaltete sich die Holzbearbeitung und das Lackieren der Hände deutlich aufwändiger, was die Pfadfinder ganz schön ins Schwitzen brachte.
Den Arbeiten der ursprünglich angesetzten zwei Aktionstage mit dem gesamten Stamm folgten viele weitere Überstunden in den Gruppenstunden unter Leitung von Stammeszimmermann Josef Betz.

Und so konnte sich der Bautrupp schließlich am Freitag mit vollgepacktem Anhänger gen Frankreich aufmachen, um das Werk zu vollenden. Pfadfindertypisch nächtigte die Gruppe mit Jurte und Schlafzelten auf dem Châtilloner Campingplatz.

Am Samstag ging es ans Werk. Den ganzen Tag wurde geschraubt, genagelt und gepinselt. „Wir haben fast 400 Hände an die Kugel geschraubt. Der Akkuschrauber wurde irgendwann ganz schön schwer“, erzählt Lena Kersten (17) von der mühsamen Arbeit. Doch dann war es endlich geschafft: Das Denkmal war fertig. Verhüllt in bunte Tücher wartete es nun auf seinen großen Moment am nächsten Morgen.

Die Enthüllung des Geschenkes in der Gartenanlage der Musikschule fand viele interessierte Zuschauer. Als die Tücher schließlich gelüftet wurden, ging ein deutliches Raunen durch die versammelte Menge. Besonders gelobt wurde sowohl von deutschen Gästen als auch französischen Gastfamilien die geschickte Einarbeitung der beiden Nationalflaggen in die Kugel aus bunten Händen. Bürgermeister Weiher dankte in seiner Ansprache den Pfadfindern für ihren großartigen Arbeitseinsatz für ein Geschenk, das wahrlich aus dem Herzen der Bürger Wächtersbachs kommt.

Von nun an konnte die Gruppe erleichtert an den verbleibenden Programmpunkten der Feierlichkeiten teilnehmen. Stammesvorstand Markus Leis: „Uns ist da jetzt schon ein großer Stein vom Herzen gefallen. Für unseren Stamm war es ein tolles Projekt, das aber auch viel Kraft und Zeit gekostet hat. Die Wächtersbacher können aber sicher stolz sein, ihren französischen Freunden ein würdiges Geschenk gemacht zu haben.“

Den Abschluss des Tages bildete das Public Viewing zum nervenaufreibenden WM-Finale, und danach gab es ja dann einiges zu feiern. Auf den Titel und die nächsten 50 Jahre Partnerschaft.

Hier geht es zur Bildergalerie

Schreibe einen Kommentar

DPSG Stamm St. Bonifatius Wächtersbach © 2017